Bürgernähe

Die EU soll bürgernäher werden, indem die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in die Lage versetzt werden, wirksam auf die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Stadt oder Region zu reagieren. Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) betont, dass das Vertrauen in die EU auf lokaler Ebene entsteht, denn dort sind die Institutionen am stärksten in den Alltag der Menschen eingebunden. Eine stärkere lokale Governance hilft, den demografischen Wandel zu bewältigen und fördert gleichzeitig die Teilhabe junger Menschen, die Gleichstellung der Geschlechter und die Demokratie.

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Initiativen

Unsere Ziele

Der AdR strebt an, engere Verbindungen zwischen der EU und ihren Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen, indem er die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in die Lage versetzt, auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort einzugehen. Durch die Stärkung der demokratischen Institutionen auf der lokalen Ebene tragen wir dazu bei, das Vertrauen in die EU und eine aktive Bürgerschaft zu fördern und dafür zu sorgen, dass die Politik der Vielfalt der Regionen Europas gerecht wird. 

Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften sind prädestiniert, auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger einzugehen und gleichzeitig die lokale Demokratie zu wahren, Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter in allen Politikbereichen der EU zu bewirken sowie die Beteiligung junger Menschen zu fördern.

Unsere Prioritäten beziehen sich hauptsächlich auf die vier folgenden Themenkreise:

Lokale Demokratie

Für eine repräsentative Europäische Union, in der die Bürgerinnen und Bürger ein Mitspracherecht haben, braucht es starke lokale und regionale Gebietskörperschaften, die sich Bedrohungen der Demokratie widersetzen und die Kluft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den Institutionen überbrücken können. 

Die AdR-Mitglieder organisieren lokale EU-Dialoge, um direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren und zu erörtern, wie die Realität vor Ort Eingang in die EU-Politik finden kann. Jedes Jahr finden mehr als 20 lokale Dialoge statt, bei denen Tausende von Bürgerinnen und Bürgern aus der gesamten EU mitmachen. Der AdR unterstützt seine Mitglieder dabei, mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu treten, indem er ihnen die wichtigsten Methoden der partizipativen Demokratie an die Hand gibt.

Durch Initiativen wie das Netzwerk der EU-Gemeinderäte trägt der AdR dazu bei, die Bürgernähe Europas zu verbessern. Das Netzwerk steht lokalen und regionalen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern aus ganz Europa offen, die sich verpflichten, ihre Wählerinnen und Wähler darüber zu informieren, was die EU für sie tut, und die Bürgerinnen und Bürger anzuregen, sich für Europa zu engagieren.

Der AdR betont, wie wichtig es ist, die lokale Demokratie sowohl in der EU als auch in ihrer Nachbarschaft zu stärken. Der Dialog zwischen dem AdR und den Erweiterungsländern wird in Gemischten Beratenden Ausschüssen (GBA) und Arbeitsgruppen geführt, um eine einheitliche und stabile Form der Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften der Länder, die der EU beitreten wollen, zu schaffen. 

Jugend

Aktive Teilhabe und bessere Lern- und Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen gehen Hand in Hand mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend und der Konferenz zur Zukunft Europas hat der AdR gemeinsam mit dem Europäischen Jugendforum eine Charta für Jugend und Demokratie ausgearbeitet. Die Charta ebnet den Weg für die Schaffung eines jugendfreundlicheren demokratischen Raums, damit junge Menschen formell, kontinuierlich und dauerhaft mit ihrer Stimme in der Europäischen Union vertreten sind.

Der AdR setzt sich ferner für eine wirksame Einbeziehung junger Menschen in die Kommunal- und Regionalpolitik ein. Seit 2019 gibt es das Programm für junge Mandatsträgerinnen und Mandatsträger (YEP), das sich zu einer Leitinitiative für die umfassende Einbeziehung junger Menschen entwickelt hat. Das Netz, dem mehr als 1 000 junge Mandatsträgerinnen und Mandatsträger angehören, ermöglicht den jungen Politikerinnen und Politikern, sich am Beschlussfassungsprozess der EU zu beteiligen und die Kluft zwischen der EU und den Bürgerinnen und Bürgern zu überbrücken.

Gleichstellung der Geschlechter 

Die Gleichstellung der Geschlechter zählt zu den zentralen Prioritäten des AdR im Zeitraum 2025-2030. Der AdR möchte in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Entscheidungsträgern einen echten Wandel bewirken und die Zusagen der EU Wirklichkeit werden lassen: Lohngleichheit, bessere Kinderbetreuung, eine gute Gesundheitsversorgung, Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und faire Beschäftigungschancen für alle. Der AdR setzt sich für diese Ziele im Rahmen eines Aktionsplans für die Gleichstellung der Geschlechter ein, mit dem die Gleichstellung im Rahmen seiner Tätigkeiten, Initiativen und Netze gefördert wird. 

Initiativen für eine stärkere Beteiligung von Frauen an der Politik wie For more women in politics stellen einen entscheidenden Eckpfeiler für den AdR auf dem Weg zu echten Fortschritten dar. Mit der Initiative wird zu einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern in der Politik auf allen Regierungs- und Verwaltungsebenen, einschließlich der lokalen und regionalen Ebene, aufgerufen. Die uneingeschränkte politische Teilhabe von Frauen sowohl als Bürgerinnen als auch als Amtsträgerinnen ist für eine starke Demokratie, eine verantwortungsvolle Staatsführung und eine wirksame Politikgestaltung von entscheidender Bedeutung.

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel, der durch Bevölkerungsalterung, die Abwanderung hochqualifizierter Kräfte und eine schrumpfende Bevölkerung gekennzeichnet ist, verschärft die Ungleichheiten zwischen den Regionen und gefährdet den Zusammenhalt. Die Kohäsionspolitik kann entscheidend zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen, indem sie benachteiligte Gebiete unterstützt, familienfreundliche und generationenübergreifende Maßnahmen fördert und intelligente und nachhaltige Lösungen schafft. Dazu gehören auch ein besseres Dienstleistungsangebot sowie Arbeitsplätze und Infrastrukturen vor Ort, um die Menschen dabei zu unterstützen, in ihrer Region zu bleiben bzw. dorthin zurückzukehren.

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