Versammlung Europa-Mittelmeer (ARLEM)  

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Die Versammlung der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften Europa-Mittelmeer (ARLEM) ist eine Versammlung von Vertretern der lokalen und regionalen Ebene der EU und ihren Partnern in den Ländern des Mittelmeerraums.

Sie wurde 2010 vom Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR) gemeinsam mit in diesem Bereich tätigen Verbänden von Gebietskörperschaften eingerichtet und ermöglicht es Mandatsträgern der drei Seiten des Mittelmeers,

  • ihre lokalen und regionalen Gebietskörperschaften politisch zu repräsentieren, auch gegenüber der EU und der Union für den Mittelmeerraum,
  • einen politischen Dialog zu führen
  • und die interregionale Zusammenarbeit zu fördern.

Welche Länder sind beteiligt?

Ägypten, Türkei, Algerien, Marokko, Syrien (Mitgliedschaft derzeit ausgesetzt), Tunesien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Israel, Jordanien, Libanon, Mauretanien, Palästina, Monaco, Montenegro. Darüber hinaus hat Libyen einen Beobachterstatus.

Was ist das Ziel der ARLEM?

 Die ARLEM hat folgende Ziele:

  • der Union für den Mittelmeerraum eine territoriale Dimension zu verleihen
  • die lokale Demokratie, die Multi-Level-Governance und die dezentrale Zusammenarbeit an allen drei Seiten des Mittelmeers zu fördern
  • den Nord-Süd-Dialog und den Süd-Süd-Dialog zwischen den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften zu fördern
  • den Austausch von bewährten Verfahren, Wissen und technischem Know-how in den Bereichen, für die die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften zuständig sind, zu fördern
  • die regionale Integration und Kohäsion zu fördern

   

Wie arbeitet die ARLEM?

Auf politischer Ebene bietet die ARLEM ein Forum für den laufenden politischen Dialog. Sie leistet durch thematische Berichte einen Beitrag zu den beratenden Arbeiten des AdR. Ferner vertritt sie die lokale und regionale Ebene auf den Gipfeltreffen der Union für den Mittelmeerraum.

Die ARLEM schafft durch ihre Arbeit Synergieeffekte mit ihren Partnern, darunter die Union für den Mittelmeerraum (2013 unterzeichnete Absichtserklärung), europäische Verbände lokaler und regionaler Gebietskörperschaften, die in der ARLEM vertreten sind, der Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates (Beobachterstatus), die Parlamentarische Versammlung der Union für den Mittelmeerraum (Beobachterstatus), die Europäische Stiftung für Berufsbildung (2013 unterzeichnete Absichtserklärung) sowie der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (Beobachterstatus).

Die Mitglieder der ARLEM kommen auf der jährlichen Plenartagung, bei der die thematischen Berichte angenommen werden, und zu Sitzungen der Fachausschüsse und des Präsidiums zusammen. Darüber hinaus können spezifische Workshops oder Konferenzen veranstaltet und bestimmte Aspekte durch Studien vertieft werden.

  

Wie setzt sich die ARLEM zusammen?

Der ARLEM gehören 80 Mitglieder und zwei Beobachter aus der EU und ihren Partnerländern im Mittelmeerraum an. Die Mitglieder vertreten Regionen und lokale Institutionen und verfügen über ein Mandat einer regionalen oder lokalen Gebietskörperschaft.

Die Leitung der ARLEM erfolgt in Form eines Ko-Vorsitzes, dem ein Vertreter der Mittelmeerpartnerländer und ein Vertreter der EU angehören. Der Ko-Vorsitzende aus der Gruppe der Mittelmeerpartnerländer wird von dieser Gruppe im Konsensverfahren für eine Amtszeit von zweieinhalb Jahren ernannt. Der Ko-Vorsitzende aus der EU-Gruppe ist der jeweils amtierende AdR-Präsident. Die derzeitigen Ko-Vorsitzenden sind AdR-Präsident Karl-Heinz Lambertz und Mohamed Boudra, Präsident des AMPCC aus Marokko.

Das Präsidium der ARLEM legt die Strategie und den Tätigkeitsbereich der Versammlung fest.

Im Fachausschuss für nachhaltige territoriale Entwicklung erarbeiten Berichterstatter der ARLEM thematische Berichte zu Themen aus folgenden Bereichen:

  • Dezentralisierung
  • städtische und territoriale Entwicklung
  • kulturelle Zusammenarbeit
  • Informationsgesellschaft
  • Migration und Integration
  • KMU
  • Handel
  • nachhaltige Entwicklung
  • Wasserwirtschaft
  • Abfallwirtschaft
  • Energie, insbesondere Solarenergie
  • Verkehr
  • Landwirtschaft und Tourismus
  • usw.