Eine nachhaltige Bioökonomie für Europa durch regionale Strategien und Partnerschaften  

Die Regionen und Städte müssen über Verwaltungsgrenzen hinweg zusammenarbeiten, um das Potenzial der Bioökonomie für Wachstum und Beschäftigung und für die Verwirklichung der UN-Nachhaltigkeitsziele zu erschließen, betont der Europäische Ausschuss der Regionen in einer von Jácint Horváth (HU/SPE), Mitglied des Gemeinderats von Nagykanizsa, erarbeiteten Stellungnahme.

Als Reaktion auf den jüngsten Vorschlag der Europäischen Kommission zur Aktualisierung der Bioökonomie-Strategie der EU fordert Herr Horváth in seiner Stellungnahme alle europäischen Regionen auf, bis Ende 2024 Aktionspläne für die Bioökonomie aufzustellen oder in ihren Strategien für eine intelligente Spezialisierung jeweils ein eigenes Kapitel über Bioökonomie vorzusehen. Zudem brauchen wir in Europa auf diesem Gebiet interregionale Strategien und Partnerschaften, da die ökologischen Grenzen der Bioökonomie über Verwaltungsgrenzen hinausgehen.

In der Stellungnahme wird hervorgehoben, dass die europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Bioökonomie-Initiativen aufeinander abgestimmt werden müssen, um so optimale Bedingungen für die Entwicklung der Bioökonomie in Europa zu schaffen. Die Behörden werden nachdrücklich aufgefordert, die Entwicklung biobasierter Produkte und Lösungen zu fördern, etwa durch ein umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen und durch die Unterstützung von KMU bei der technischen und betrieblichen Umstellung auf die Bioökonomie.

„Um Technologien für biobasierte Produkte zu entwickeln, die einen niedrigeren Marktwert besitzen, aber fossile Produkte ersetzen können, müssen die Förderregelungen weiter angepasst werden. Wir können die Nachfrage nach biobasierten Produkten auf dem Markt erhöhen, wenn wir klarere Preismechanismen für Bioenergie schaffen, ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber fossilen Brennstoffen verbessern und das Bewusstsein der Verbraucher schärfen“, so Berichterstatter Horváth.

„Die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften sind bei der Umsetzung der Kohäsionspolitik der EU und der regionalen Strategien für intelligente Spezialisierung, die die Kofinanzierung von Programmen und Projekten zur Stärkung der Bioökonomie ermöglichen, von zentraler Bedeutung. Außerdem muss die Komplementarität der Finanzinstrumente wie der Strukturfonds, der Gemeinsamen Agrarpolitik und des Programms „ InvestEU “ gestärkt werden“, fügt der Berichterstatter hinzu.

Derzeit wenden die 28 Mitgliedstaaten auf die Biomasseströme, die die wichtigsten Rohstoffe der für die Bioökonomie entscheidenden Wertschöpfungsketten bilden, und auf die bei ihrer Verarbeitung entstehenden Abfallströme unterschiedliche Regeln an. Daher wird in der Stellungnahme auf die Notwendigkeit hingewiesen, diese Rechtsvorschriften aufeinander abzustimmen und ein einheitliches Indikatorensystem zu entwickeln, das Informationen über die Leistungen der Regionen im Bereich der Bioökonomie liefert, wobei sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Faktoren zu berücksichtigen sind.

Am Mittwoch dieser Woche (26. Juni) werden die Mitglieder des Europäischen Ausschusses der Regionen auf ihrer Plenartagung den Entwurf der Stellungnahme von Berichterstatter Horváth verabschieden. Im Vorfeld findet mit dem für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Jyrki Katainen, eine Debatte über die Nachhaltigkeitsziele statt.

Ansprechpartner:

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