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Regionen schließen sich zusammen, um die Expansion der europäischen Halbleiterindustrie zu beschleunigen  

Thomas Schmidt: "Europas Regionen spielen wichtige Rolle bei Stärkung der Halbleiter-Industrie."

Der Europäische Ausschuss der Regionen hat heute gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen die Europäische Allianz der Halbleiterregionen ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein politisches Netzwerk von Regionen, die sich dafür einsetzen, Europas Kapazitäten für die Produktion von Halbleitern und Mikroelektronik zu stärken und seine Abhängigkeit von Lieferungen aus Drittländern zu verringern. Ziel der Allianz ist es, die Hindernisse für die strategische Entwicklung der Branche zu ermitteln und zu beseitigen, indem der Rechtsrahmen verbessert, öffentliche und private Investitionen gefördert, der Wissensaustausch unterstützt und starke und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten aufgebaut werden.

Die weltweite Halbleiterknappheit hat die Abhängigkeit der Regionen und Städte von der Versorgung durch eine begrenzte Anzahl von Unternehmen und ihre Anfälligkeit für Ausfuhrbeschränkungen von Drittländern und andere Störungen im derzeitigen geopolitischen Kontext deutlich gemacht. Der Anteil der EU am weltweiten Halbleitermarkt beträgt derzeit wertmäßig 10 % und liegt damit weit unter ihrem wirtschaftlichen Gewicht.

Um die Expansion und Diversifizierung des Chipsektors in der Europäischen Union zu unterstützen, haben sich 27 Regionen aus 12 Mitgliedstaaten zur European Semiconductor Regions Alliance (ESRA) zusammengeschlossen, um ihre Erfahrungen in diesem strategischen Bereich auszutauschen und dazu beizutragen, Europa als Hauptakteur im globalen Wettbewerb mit den USA und China zu stärken.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, eröffnete die Veranstaltung und sagte: "Die Gründung der Mikroelektronik-Allianz auf Initiative von Sachsen ist ein wichtiger Meilenstein für die ganze Europäische Union und ihre Zukunft. Für jedes Segment der globalen Halbleiter-Wertschöpfungskette braucht es durchschnittlich über 20 Länder, die an der direkten Lieferkette beteiligt sind und eng zusammenarbeiten. Mit ESRA eröffnen wir für die Regionen neue Wege, um zusammenzuarbeiten, zu forschen und Innovationen auf den Weg zu bringen und so die wirtschaftliche und digitale Souveränität Europas sicherzustellen. Die Teilnahme zahlreicher Regionen an der Gründungsveranstaltung unterstreicht das Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit auf EU-Ebene im Bereich der Mikroelektronik. Die Allianz wird einen wichtigen Beitrag leisten, Europa in dieser Schlüsselindustrie in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig zu machen."

Thomas Schmidt (DE/EVP), AdR-Berichterstatter zum EU Chips Gesetz und Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung, sagte: "Nach der Verabschiedung des European Chips-Act geht es nun um die Umsetzung, um die Ansiedelung neuer Produktionsstätten, um eine Stärkung der Forschung und um die Ausbildung von Fachkräften. Die ‚European Semiconductor Regions Alliance‘ versteht sich dabei als Partner der Europäischen Kommission. Als Berichterstatter des Europäischen Ausschusses der Regionen habe ich den European Chips-Act intensiv begleitet. Es ist gut, dass Sachsen als einer der größten Halbleiterstandorte in Europa die Initiative ergriffen hat. Ich unterstütze die zehn Punkte zur Gründung der Allianz aus voller Überzeugung. Dass die Gründungsveranstaltung im Ausschuss der Regionen stattfinden kann zeigt, wie wichtig die Regionen für Europa und die Halbleiter-Industrie sind."

In dem gemeinsam unterzeichneten 10-Punkte-Papier fordern die Regionen eine langfristige Festlegung der Mittel im mehrjährigen Finanzrahmen der EU zur Steigerung der europäischen Halbleiterproduktion sowie bestmögliche Förder- und Wettbewerbsbedingungen für die Regionen im Rahmen des European Chips Act.

Die Mitgliedsregionen fordern die Europäische Kommission auf, das Kriterium der "Einzigartigkeit" weit auszulegen, um größtmögliche Flexibilität und Schnelligkeit bei der Prüfung und Gewährung staatlicher Beihilfen in der Halbleiterindustrie zu erreichen und im Rahmen des europäischen Green Deals Lösungen für eine nachhaltigere Produktion von Halbleitern zu entwickeln und umzusetzen.

Außerdem wollen sie Forschung und Entwicklung ausbauen und die Vernetzung von Forschungseinrichtungen in und zwischen den verschiedenen Regionen fördern sowie neue Technologien und Innovationen "Made in Europe" vorantreiben. Die Sicherstellung einer ausreichenden Wasser- und Energieversorgung an den Produktionsstandorten sowie die Versorgung, insbesondere mit strategischen und kritischen Rohstoffen, sind weitere Ziele der Allianz, die die EU auffordert, einen verlässlichen Rahmen für diese Bemühungen zu gewährleisten. ESRA argumentiert auch, dass ein EU-Verbot bestimmter EU-Chemikalien die Existenz der Halbleiterindustrie gefährden würde.

Jan Jambon, Ministerpräsident in Flandern, fügte hinzu: "Die heutige Gründung von ESRA ist ein hervorragendes Beispiel für die paneuropäische Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten Regionen aus dem ganzen Kontinent. Die europäische Forschungspolitik glänzt durch Innovation von unten nach oben. Für die flämische Regierung sind Forschung und Entwicklung von größter Bedeutung und Wert. Jede fünfte Auslandsinvestition in Flandern steht im Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung, und die flämische Regierung investiert 3,6 % ihres BIP in Innovation und nimmt damit einen Spitzenplatz in Europa ein. Es ist jedoch auch wichtig, die Innovation durch ein neues Modell der Zusammenarbeit zwischen Wissenseinrichtungen, industriellen Akteuren und regionalen Entscheidungsträgern zu ergänzen."

Hintergrund:

Die Allianz umfasst 27 Regionen aus 12 Mitgliedstaaten: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen in Deutschland; Andalusien, das Baskenland, Valencia und Katalonien in Spanien; Flevoland und Nord-Brabant in den Niederlanden; Kärnten und die Steiermark in Österreich; die Region Centro in Portugal; Flandern in Belgien; Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich; Piemont in Italien; Tampere und Helsinki in Finnland; Südmähren in der Tschechischen Republik; Wales im Vereinigten Königreich; und die Republik Irland.

Am 8. Februar 2022 schlug die Europäische Kommission ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung des Halbleiter-Ökosystems in der EU vor - den European Chips Act. Ziel der Kommission ist es, den europäischen Marktanteil an der weltweiten Chipfertigung von derzeit nur 10 % auf bis zu 20 % im Jahr 2030 zu erhöhen.

Um den Ausbau und die Diversifizierung des Chipsektors in der Europäischen Union zu unterstützen, haben die AdR-Mitglieder in der Stellungnahme zum Europäischen Chip-Gesetz die EU aufgefordert, mehr zu investieren und neue Mittel für die Umsetzung des Chip-Gesetzes bereitzustellen, wobei zunächst auf bestehenden Clustern und Ökosystemen aufgebaut werden sollte. Städte und Regionen spielen eine wichtige Rolle bei der Stärkung der europäischen Halbleiterindustrie, indem sie alle Interessenträger zusammenbringen, um lokale Produktions- und Forschungseinrichtungen zu entwickeln, heißt es in der Stellungnahme, und es wird argumentiert, dass Forschung und Entwicklung neuer Technologien gezielt gefördert werden müssen, wenn die europäische Industrie eine sichere Versorgung mit Halbleitern gewährleisten soll.

Ansprechpartnerin:

Theresa Sostmann 

Tel. +32 475999415

Theresa.Sostmann@cor.europa.eu

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