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Erholung der ländlichen Gebiete setzt bedarfsorientierte Zusammenarbeit voraus  

Die ländlichen Gebiete in der EU sind Lebensort für 30 % der Bevölkerung und machen 80 % des Unionsgebiets aus. Sie sind damit ein Kernelement für die Konjunkturbelebung und Entwicklung in Europa

Die langfristige Vision der Europäischen Kommission für die Zukunft der ländlichen Gebiete ist vielversprechend, kann aber nur mit dem politischen Willen aller Regierungs- und Verwaltungsebenen, Interessenträger und Bürgerinnen und Bürger verwirklicht werden, so der Europäische Ausschuss der Regionen.

In der EU leben 30 % der Bevölkerung im ländlichen Raum, der 80 % des Unionsgebiets ausmacht. Allerdings stehen die ländlichen Gebiete vor einer Vielzahl von Herausforderungen: von einer alternden Bevölkerung und niedrigen Einkommensniveaus über die zunehmende digitale Kluft bis hin zu den Folgen des Klimawandels. Diese Probleme wurden durch die Pandemie mit ihren weitreichenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen noch verschärft. Die Strategie der Europäischen Kommission zur Unterstützung der Entwicklung und Erholung dieser Schlüsselregionen umfasst die langfristige Vision für die ländlichen Gebiete bis 2040 und den Pakt für den ländlichen Raum . Letzterer ist eine Initiative, die Bürgerinnen und Bürgern sowie politische Akteure auf europäischer nationaler, regionaler und lokaler Ebene einbinden soll, um stärkere, vernetzte, widerstandsfähige und florierende ländliche Gebiete und Gemeinschaften zu fördern.

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) vertritt über eine Million Kommunal- und Regionalpolitiker aus der gesamten EU und ist damit ein maßgeblicher Akteur, wenn es darum geht, die langfristige Vision in die Praxis umzusetzen und die ländlichen Gebiete zum Nutzen der ganzen Union stärker, vernetzter und widerstandsfähiger zu machen. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn alle zusammenarbeiten: EU, nationale, regionale und lokale Behörden, Interessenträger und auch Bürgerinnen und Bürger. Dies ist die Kernbotschaft einer vom Plenum des AdR verabschiedeten Stellungnahme von Berichterstatter Juan Manuel Moreno Bonilla (ES/EVP), Präsident der Regionalregierung von Andalusien, die den Beitrag des Ausschusses zu den Kommissionsvorschlägen bildet.

„Die lokalen und regionalen Akteure sind für die Umsetzung des Pakts für den ländlichen Raum von entscheidender Bedeutung. Landwirtschaft, Mobilität, digitale Konnektivität und erneuerbare Energien sind die strategischen Bereiche, die die Entwicklung des ländlichen Raums tragen sollen. Sie bieten praktische Lösungen und Mittel, um der Entvölkerung entgegenzuwirken, den Generationswechsel zu erleichtern sowie soziale und wirtschaftliche Chancen im Rahmen des Grünen Deals zu schaffen. Frauen und junge Menschen müssen dabei im Mittelpunkt stehen. Wir halten es auch für erforderlich, die europäischen Fonds zu vereinfachen, ihre Kombinierbarkeit zu verbessern und zu einem Multifonds-Modell überzugehen, das den ländlichen Gebieten bei allen Maßnahmen Rechnung trägt “, erklärte Berichterstatter Moreno Bonilla .

Bernd Voß (DE/Grüne), Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages, sagte : "Ländliche Räume spielen eine wichtige Rolle zur Erreichung der Ziele des Grünen Deals: sie bieten die Möglichkeit, erneuerbare Energien zu produzieren. Diese neue Rolle erhöht ihre Bedeutung und ihr Selbstbewusstsein. Leider ist die GAP bereits verabschiedet und die Vision für den ländlichen Raum und vor allem eine Finanzausstattung ist darin nicht berücksichtigt."

In der vom Plenum verabschiedeten Stellungnahme wird betont, dass dringend konkrete Vorschläge für Sofortmaßnahmen – mit Ressourcen und quantitativen Zielen – vorgelegt werden müssen, um die langfristige Vision zu unterstützen und ihre wirksame Umsetzung sicherzustellen. Darüber hinaus forderten die AdR-Mitglieder alle Regierungs- und Verwaltungsebenen auf, sämtliche künftige politische und legislative Initiativen mit den Erfordernissen und Gegebenheiten des ländlichen Raums abzugleichen (dieser Prozess wird als rural proofing bezeichnet).

Dubravka Šuica , Kommissions-Vizepräsidentin für Demokratie und Demografie, nahm gemeinsam mit Agrarkommissar Janusz Wojciechowski an der Plenardebatte über die Zukunft der ländlichen Gebiete in Europa teil. Vizepräsidentin Šuica betonte, dass der AdR als erste EU-Institution eine förmliche Stellungnahme zur langfristigen Vision verabschiedet hat, und erklärte: „Nur, wenn wir zusammenarbeiten, können wir den ländlichen Gebieten einen neuen Impuls verleihen, um sie zu attraktiven, lebendigen und dynamischen Orten zu machen. In der langfristigen Vision werden Lösungen gefordert, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Stärken der ländlichen Gebiete zugeschnitten sind, was mit der Beteiligung der regionalen und kommunalen Behörden und der Menschen vor Ort einhergeht. Der von uns gemeinsam entwickelte Pakt für den ländlichen Raum wird den richtigen Rahmen für die Zusammenarbeit schaffen und zur Erreichung der gemeinsamen Ziele der langfristigen Vision beitragen .“

Kommissar Wojciechowski betonte: „Der Europäische Ausschuss der Regionen ist ein wichtiger Partner bei der Verwirklichung der langfristigen Vision für die ländlichen Gebiete. Durch die Koordinierung der Standpunkte von Regionen aus ganz Europa wird der Ausschuss dazu beitragen, dass die regionalen Erfordernisse in ihrer Komplexität und Vielfalt im Rahmen der Vision Berücksichtigung finden. Ich freue mich darauf, in den kommenden Jahren mit dem Ausschuss zusammenzuarbeiten, um das Potenzial unserer ländlichen Gebiete voll auszuschöpfen.

Hintergrund:

Die Europäische Kommission legte ihre langfristige Vision für die ländlichen Gebiete am 30. Juni 2021 vor. In der Mitteilung wird eine Strategie beschrieben, mit der die ländlichen Gebiete Europas bis 2040 zu stärkeren, vernetzten, widerstandsfähigeren und florierenden Standorten gemacht werden sollen. Für 2021 und 2022 sind mehrere Maßnahmen geplant. Die langfristige Vision entspricht den wichtigsten Forderungen des AdR, etwa nach einer umfassenden Agenda für den ländlichen Raum, einem Aktionsplan, der durchgängigen Berücksichtigung ländlicher Belange in allen EU-Politikbereichen sowie der Einführung eines rural-proofing -Ansatzes. Zudem soll die langfristige Vision einen Beitrag zur Konferenz zur Zukunft Europas leisten.

Am 20. Dezember 2021 brachte die Europäische Kommission den Pakt für den ländlichen Raum auf den Weg. Diese in der langfristigen Vision vorgesehene Initiative soll Behörden und Interessenträger mobilisieren, um den Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner ländlicher Gebiete gerecht zu werden. Sie wird einen gemeinsamen Rahmen für die Einbeziehung und Zusammenarbeit der europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Interessenträger bieten. Der AdR wird einen aktiven Beitrag zum Pakt für den ländlichen Raum leisten und Vorschläge für die kurz- und langfristige Umsetzung der Vision ausarbeiten.

Das Schreiben der Europäischen Kommission anlässlich der Einführung des Pakts ist hier abrufbar.

Seit 2016 arbeitet der AdR mit dem Europäischen Parlament und Interessenträgern zusammen, um das Bewusstsein für die besonderen Erfordernisse und das Potenzial dieser Gebiete zu schärfen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Fachkommission für natürliche Ressourcen und auf der Webseite des AdR Zusammenhalt als unser Grundwert .

Eine Video-Präsentation steht hier zur Verfügung. Bei Interesse können Pressevertreter ungeschnittenes Interviewmaterial erhalten. Der Pressedienst kann auch den Kontakt zu den interviewten Personen vermitteln.

Ansprechpartner:

Matteo Miglietta

Tel.: +32 (0) 470 895 382

matteo.miglietta@cor.europa.eu

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