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Kölner Oberbürgermeisterin wird für ihr Engagement und ihr mutiges Eintreten für Freiheit, Solidarität und Gleichheit ausgezeichnet  

Der Europäische Ausschuss der Regionen hat gemeinsam mit dem Internationalen Netzwerk Städte der Zuflucht (ICORN) und der polnischen Stadt Danzig die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für ihren Mut und ihren Einsatz zur Förderung von Freiheit, Solidarität und Gleichheit mit dem Paweł-Adamowicz-Preis geehrt.

Der in diesem Jahr erstmals vergebene Preis wurde ins Leben gerufen, um das Vermächtnis des 2019 ermordeten Danziger Bürgermeisters Paweł Adamowicz weiterzutragen. Mit diesem Preis können sämtliche gewählten Vertreter, Amtsträger und Bürger ausgezeichnet werden, die sich allen Gefahren zum Trotz für eine Demokratie einsetzen, die offen und effektiv ist und in der sich alle Menschen willkommen fühlen.

Die Jury hat Henriette Reker für ihren außergewöhnlichen Einsatz und ihr Eintreten für Toleranz, Inklusion und Nichtdiskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund, für den Kampf gegen Hetze und Fremdenfeindlichkeit und die Unterstützung von Integration durch vielfältige Maßnahmen und Projekte sowie durch ihr mutiges und eindeutiges Auftreten in der Öffentlichkeit ausgezeichnet. Die Preisträgerin hat in den letzten 20 Jahren, zunächst als Beigeordnete und seit 2015 als Kölner Oberbürgermeisterin, Vielfalt und Solidarität als integralen Bestandteil der Kölner Identität gefördert.

Henriette Reker erklärte: „Ich fühle mich sehr geehrt, einen Preis im Gedenken an Paweł Adamowicz zu erhalten. Er glaubte fest an die Pressefreiheit, die Kunstfreiheit und das Recht eines jeden Menschen, seine Meinung in einer Demokratie offen zu äußern. Wir hatten gemeinsame Überzeugungen, und wir haben für sie gekämpft. Ich bin dankbar, dass ich Oberbürgermeisterin einer offenherzigen und weltoffenen Stadt sein darf, die Flüchtlinge aufnimmt und überhaupt alle, die eine Heimatstadt suchen, die ihre multikulturellen Wurzeln liebt, auch wenn wir nach wie vor mit einigen ernsten Problemen zu ringen haben. Überall auf der Welt sehen sich Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mit Themen wie Rassismus und Antisemitismus konfrontiert. Eine Möglichkeit, wie wir unsere diverse Bevölkerung unterstützen können, ist, internationale Leuchtturm-Initiativen wie diese zu schaffen, uns zusammenzuschließen und uns entschlossen gegen rechtsextreme Tendenzen zu stellen. Gewalt war nie eine Lösung und wird niemals eine Lösung sein. Sie ist immer der erste Schritt in die falsche Richtung. Deshalb müssen wir uns für Frieden, offenen Dialog und Einheit starkmachen.“

Apostolos Tzitzikostas , Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen und Gouverneur der griechischen Region Zentralmakedonien, erklärte: „Der Paweł-Adamowicz-Preis erinnert uns stets daran, dass der Schutz und die Förderung von Freiheit, Solidarität und Nichtdiskriminierung auf der lokalen Ebene beginnen. Vor allem hier – im täglichen Leben – müssen wir unsere Union, ihre Grundsätze und Werte schützen. Als erste Preisträgerin wird Henriette Reker für ihr Eintreten für Gleichheit, Solidarität und Integration und ihren Einsatz für die Verteidigung unserer gemeinsamen Grundwerte ausgezeichnet.“

Věra Jourová , Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz, betonte:

„Ich bin sehr glücklich, dass dieser Preis ins Leben gerufen wurde. Und ganz besonders freue ich mich, weil die Preisträgerin, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Mut und Einsatz bei der Förderung von Freiheit, Solidarität und Gleichheit verkörpert. Sie ist weithin bekannt für ihr Engagement für Inklusion, Gleichheit und Nichtdiskriminierung. Ich kann mir niemanden vorstellen, der den jetzt erstmals vergebenen Preis mehr verdient hätte.“

Magdalena Adamowicz , Mitglied des Europäischen Parlaments und Witwe von Paweł Adamowicz, sagte: „‚Vielfalt ist kein Problem, sondern ein Vorteil! Es ist nicht gut, sich abzuschotten. Nur die Begegnung mit anderen Kulturen, die Begegnung mit der Andersartigkeit bereichert uns‘, das waren Pawełs Worte. Schauen wir uns doch die Geschichte der Städte, Regionen und Länder an, die erfolgreich waren. Allen gemeinsam sind die Achtung von Vielfalt, Offenheit und Toleranz und der Respekt für jeden Menschen, weil dies die Triebkräfte für Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Kulinarik sind. Danzig ist zweifellos eine dieser Städte. Wenn wir die Demokratie bewahren wollen, dürfen wir unsere demokratischen Werte nicht kampflos preisgeben. Wir müssen uns für sie einsetzen und sie in ihrem wahren Sinne wiederherstellen. Paweł hat das verstanden und deshalb die politische Bildung so entschieden unterstützt. Ich zähle sehr darauf, dass die Paweł-Adamowicz-Preise zur Entwicklung der politischen Bildung in unseren Städten und Regionen auch künftig beitragen werden. Noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch an Sie, Frau Reker! Wir sollten im Rahmen unserer täglichen Arbeit beherzigen und zeigen, dass es ohne Zusammenarbeit keine soziale und wirtschaftliche Entwicklung und keinen Wohlstand gibt und dass Zusammenarbeit nur dann möglich ist, wenn wir uns vertrauen und respektieren. Das gilt für alle Menschen. Diese Grundsätze haben Pawełs Leben bestimmt und werden dazu beitragen, den nach ihm benannten Preis bekannt zu machen.“

Die Danziger Bürgermeisterin und Vertreterin des Internationalen Netzwerks Städte der Zuflucht (ICORN), Aleksandra Dulkiewicz , erklärte: „Ich bin überzeugt, dass Paweł Adamowicz gewollt hätte, dass wir die Gefühle, die sein Tod geweckt hat, in konsequentes alltägliches Handeln umsetzen: in Taten für unseren Nachbarn wie eine kleine Hilfe, eine Geste, ein Lächeln und ein gutes Wort, das Gutes bewirkt, wenn es oft wiederholt wird. Dies wäre das beste und größte Denkmal, das wir Paweł Adamowicz errichten könnten. Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und erste Preisträgerin des Paweł-Adamowicz-Preises, vertritt mit ihrem konsequenten Eintreten für die Interessen der Kölnerinnen und Kölner und mit ihrem mutigen Einsatz gegen Intoleranz, Hass und Fremdenfeindlichkeit genau die Werte, für die der Danziger Bürgermeister sein Leben gegeben hat.“

Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßte in einer Rede im Europäischen Ausschuss der Regionen im Dezember die Schaffung des Preises für die Verteidigung der Werte, auf denen die Europäische Union beruht. Präsident Macron betonte, dass die Achtung von Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit sowie die Einhaltung der Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Minderheiten, von wesentlicher Bedeutung sind und ein untrennbares Ganzes bilden. Genau dies waren die Werte, für die Paweł Adamowicz lebte und starb, sagte Präsident Macron.

Hintergrund:

  • 2015 wurde Henriette Reker wegen ihres Engagements für Migranten und deren Integration Opfer eines Messerangriffs und überlebte schwer verletzt. Dieser Gewaltakt hat sie nicht davon abgehalten, ihre Werte in der Öffentlichkeit, in ihrem politischen Handeln und den Projekten, für die sie sich einsetzt, weiter zu vertreten.

  • In Köln leben 1 089 984 Menschen, von denen 426 646 einen Migrationshintergrund haben, einschließlich 212 191 ausländischer Staatsangehöriger aus 184 Ländern. Die Stadt Köln beherbergt rund 6 000 Flüchtlinge. In Köln existieren 130 verschiedene Religionsgemeinschaften, von denen 26 im Rat der Religionen vertreten sind – einem freiwilligen Zusammenschluss, der sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs einsetzt.

  • Paweł Adamowicz wurde am 13. Januar 2019 während einer Rede auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung Opfer eines Messerangriffs. Am Tag darauf erlag er seinen schweren Verletzungen. Er wurde 53 Jahre alt. Vor seiner Ermordung hatte die Hetze gegen ihn immer stärker zugenommen. Sein Tod löste eine Debatte darüber aus, inwieweit die Verrohung des öffentlichen Diskurses zu Gewalt, Extremismus, Propaganda und Intoleranz beiträgt. Seine letzten Worte vor dem Anschlag waren: „Danzig ist großzügig, Danzig teilt das Gute, Danzig will eine Stadt der Solidarität sein. Dies ist genau die richtige Zeit, um das Gute zu teilen. Ihr seid großartig. Danzig ist die wunderbarste Stadt der Welt. Vielen Dank!“

  • Paweł Adamowicz setzte sich für die Grundwerte der EU ein und war aktives Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen. Im Jahr 2016 rief er nach einem Treffen mit Papst Franziskus ein Projekt zur Integration von Einwanderern in Danzig ins Leben, das als Vorbild für andere polnische Städte diente.

  • Als politische Versammlung der Kommunal- und Regionalpolitiker in der EU verabschiedete der Europäische Ausschuss der Regionen am 7. Februar 2019 auf Initiative der polnischen Delegation eine Entschließung , in der Hetze und Drohungen jeglicher Art gegen politische Entscheidungsträger verurteilt werden.

  • Im Internationalen Netzwerk Städte der Zuflucht ( International Cities of Refuge Network (ICORN) ) haben sich 75 Städte und Regionen aus Europa und der ganzen Welt zusammengeschlossen, die verfolgten Schriftstellern und Künstlern einen sicheren Zufluchtsort bieten und für Meinungsfreiheit, demokratische Werte und internationale Solidarität eintreten. Über 250 Schriftsteller und Künstler haben bereits in einer der ICORN - Städte Aufnahme gefunden. Aus einem sicheren Umfeld heraus leisten sie weiterhin einen überaus wichtigen Beitrag, indem sie sowohl Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen die Redefreiheit in ihren Heimatländern aufzeigen als auch ihre Kolleginnen und Kollegen dort unterstützen. Unter ihrem Bürgermeister Paweł Adamowicz ist die Stadt Danzig am 30. August 2017 dem ICORN beigetreten.

Website des Bürgermeister-Paweł-Adamowicz-Preises : #AdamowiczAward

Regeln und Bestimmungen für die Vergabe sowie Teilnahme- und Auswahlkriterien

Website mit Informationen über Paweł Adamowicz und den Jahrestag seiner Ermordung (PL, EN)

Kölner Oberbürgermeisterin ist erste Preisträgerin des Bürgermeister-Paweł-Adamowicz-Preises

Ansprechpartner:

Europäischer Ausschuss der Regionen

Wioletta Wojewodzka

Tel.: +32 (0) 2 282 2289

Mobiltel.: +32 (0) 473 843 986

wioletta.wojewodzka@cor.europa.eu

Stadt Danzig

Maciej Buczkowski

Tel.: +48 (0) 58 323 62 84

maciej.buczkowski@gdansk.gda.pl

Internationales Netzwerk Städte der Zuflucht

Helge Lunde

Tel.: 47 99 58 24 88

helge@icorn.org

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