Lokale Gemeinschaften kämpfen für den Abbau der Müllberge  
Der Europäische Ausschuss der Regionen war dieses Jahr Gastgeber für die Verleihung des alljährlichen Preises der Europäischen Woche der Abfallvermeidung, die als Teil der Grünen Woche 2019 stattfand.

Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung ( EWWR ) wurden sechs Projekte als wirksamste Maßnahmen des Jahres für die Verwirklichung einer Nullabfall-Wirtschaft ausgezeichnet. Mit diesem jährlich verliehenen Preis sollen Initiativen aller gesellschaftlichen Akteure zur Abfallverringerung anerkannt und gefördert werden. Die EWWR findet jedes Jahr im November statt. Während dieser Woche werden auch tausende Sensibilisierungs- und Umweltsäuberungsmaßnahmen in ganz Europa durchgeführt. Anlässlich der zehnten Ausgabe wurde die zentrale Rolle der lokalen Gemeinschaften bei der Abfallverringerung hervorgehoben. Die nächste EWWR findet vom 16. bis 24. November 2019 statt.

In seinen einleitenden Bemerkungen betonte AdR-Mitglied André van de Nadort (NL/SPE) , Bürgermeister von Weststellingwerf und Mitglied des Auswahlgremiums für die diesjährige Auszeichnung: “ Als Mitglied des Auswahlgremiums bin ich beeindruckt von der Zahl an unterschiedlichen Initiativen, die in ganz Europa von einer breiten Vielfalt an Gruppen, Einrichtungen und Gemeinschaften entwickelt werden, die sich aktiv für Abfallverringerung und -vermeidung einsetzen. Wir im Europäischen Ausschuss der Regionen wie auch unsere Städte und Kommunen machen uns unermüdlich für ein ehrgeizigeres EU-Abfallrecht stark. Ohne den Einsatz und das Engagement der lokalen Gemeinschaften wären wir jedoch nicht in der Lage, unsere Ziele zu verwirklichen.“ André van de Nadort (NL/SPE) ist Berichterstatter für die AdR-Stellungnahme „Europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“ , die im Oktober 2018 verabschiedet wurde.

Der Europäische Ausschuss der Regionen engagiert sich für die EWWR und ihre Auszeichnungen. So hat er den Vorsitz im EWWR-Lenkungsausschuss inne und unterstützt ihre grundlegenden Aktivitäten wie die jährliche Preisverleihung.

Die sechs ausgezeichneten Projekte:

1. Kategorie Öffentliche Verwaltung und Einrichtung: „Marató Residu Zero“ (Nullabfall-Marathon) – Nachhaltige Schulmahlzeiten , durchgeführt von der Kommune Sant Vicenç de Castellet (Katalonien). Zentrales Ziel dieser Initiative, die auch eine Reihe von Veranstaltungen umfasste, war eine Kampagne zur Förderung nachhaltiger und gesunder Schulmahlzeiten in drei öffentlichen Kommunalschulen. Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler und deren Eltern nahmen daran teil.

2. Kategorie Vereinigung/NGO: „The Cloughmills library of things“ , durchgeführt von dem Cloughmills Community Action Team (Nordirland). Die Organisatoren dieser Initiative haben die Idee einer Bibliothek neu interpretiert: So werden Geräte anstelle von Büchern verliehen. Damit sollen die Kapazitäten der lokalen Gemeinschaft erhöht werden, Arbeiten vor Ort durchzuführen und Abfall zu verringern, indem die dafür notwendigen Geräte nicht von den Bürgerinnen und Bürgern selbst angeschafft werden müssen.

3. Kategorie Unternehmen/Industrie: Neue Schadstoffe , durchgeführt von der IMQ Zorrotzaurre Clínica (Baskenland). Zur Verringerung seiner Umweltauswirkungen hat das Krankenhaus die chemischen Stoffe in den Produkten, die in vier seiner Stationen zum Einsatz kommen, auf der Grundlage ihrer Umweltauswirkungen klassifiziert. Als nächster Schritt sollen die umweltschädlichsten Produkte durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden.

4. Kategorie Bildungseinrichtung: „Green cleaning“ , durchgeführt von der St. Fintan’s National School (Irland). Rund 180 Schülerinnen und Schüler der Schule nahmen gemeinsam mit ihren Eltern an Workshops teil, in denen sie lernten, wie sie giftstofffreie Reinigungs- und Pflegemittel herstellen können.

5. Kategorie Bürgerinnen und Bürger: „Pesée festive des biodéchets“ (Fröhliches Biomüll-Wiegen) , durchgeführt von Marina Seder Colomina und Morgane Robert (Les Lilas, Île-de-France). Für ein besseres Verständnis der positiven Wirkung von zwei Biomüll-Sammelstellen in ihrer Stadt haben die beiden Französinnen Bürgerinnen und Bürger, die ihren Müll zu diesen Sammelstellen bringen, dazu angespornt, an einer Studie zum Wiegen ihres Mülls teilzunehmen, wodurch auch die Kontakte innerhalb der Gemeinschaft gestärkt werden konnten.

6. Kategorie Europäischer Spezialpreis: „EWWR Sustainable Art alphabet“ (ABC der Kunst der Nachhaltigkeit) , durchgeführt von der Schule Col.legi Sant Josep in Navàs (Katalonien) und ihren Partnerschulen. Im Rahmen eines eTwinning-Projekts lernten die Schülerinnen und Schüler mit dieser Initiative mehr über Nachhaltigkeit, wobei gleichzeitig Teamarbeit und Fremdsprachkenntnisse gefördert wurden. Das Ergebnis war ein ABC, in dem die einzelnen Buchstaben des Alphabets jeweils einer aussagekräftigen Botschaft für die Umwelt und Abfallverringerung entsprechen.

Hintergrund:

Weitere Informationen über die EWWR-Preisträger und Finalisten finden Sie in dem umfassenden Pressedossier im Internet .

Im Mittelpunkt der zehnten Ausgabe der EWWR 2018 unter dem Motto „Time to Detox!“ standen gefährliche Abfälle. Die Öffentlichkeit wurde für die häufig versteckten, aber umweltschädlichen Stoffe sensibilisiert, denen wir in Alltagsprodukten und im Rahmen alltäglicher Tätigkeiten ausgesetzt sind.

Im Rahmen der EWWR 2018 wurde eine Rekordzahl von 14 347 Maßnahmen verzeichnet. Sie wurden über 32 nationale, regionale und lokale Koordinatoren in 30 Ländern und in Zusammenarbeit mit dem EWWR-Sekretariat durchgeführt.

Die nächste EWWR findet vom 16. bis 24. November 2019 statt. Themenschwerpunkte sind Abfallerziehung und Kommunikation. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartner:

EWWR: Carmen Valache | cv@acrplus.org | +32 (0) 2 234 65 07

AdR: David Crous | david.crous@cor.europa.eu | +32 (0) 470 88 10 37