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Kommunal- und Regionalpolitiker fordern besseren und leichteren Zugang zu digitaler Bildung für alle  

Um Bildungssysteme in Europa digitalisierter und widerstandsfähigerer zu machen appellieren Kommunal- und Regionalpolitiker an die Mitgliedstaaten, einen größeren Anteil der EU-Mittel dazu zu nutzen, um die digitale Bildung zu verbessern und die digitale Kluft zwischen ländlichen und städtischen Gebieten zu verringern. Die Vorschläge sind Teil einer Stellungnahme zum Aktionsplan für digitale Bildung 2021-2027, die von Gillian Coughlan (IE/Renew Europe), Mitglied des Grafschaftsrates von Cork, erarbeitet und von den Mitgliedern des Europäischen Ausschusses der Regionen (AdR) am 6. Mai erörtert wurde.

Der Aktionsplan für digitale Bildung 2021-2027 hat zwei wesentliche Zielsetzungen: Förderung eines leistungsstarken Ökosystems für digitale Bildung und Verbesserung der digitalen Fertigkeiten und Kompetenzen der Europäerinnen und Europäer. Die COVID-19-Krise hat den bereits laufenden Digitalisierungsprozess in der EU beschleunigt, sodass digitale Kompetenzen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens, insbesondere aber am Arbeitsplatz und im Bildungswesen, immer wichtiger werden. Nach Angaben von Eurostat verfügen viele Europäer jedoch nach wie vor nicht über grundlegende digitale Kompetenzen. Zudem hat der Europäische Rechnungshof darauf hingewiesen, dass die Menschen in der EU abhängig von Alter, Beschäftigung, Bildungsgrad und geografischer Lage ein unterschiedliches Maß an digitalen Kompetenzen besitzen.

Nirgends zeigt sich der Bedarf an einer besseren digitalen Infrastruktur so deutlich wie im Bildungswesen, wo Homeschooling und Distanzunterricht während der Pandemie vorübergehend zu einer neuen Norm geworden sind. Dazu sagte Gillian Coughlan (IE/Renew Europe), Mitglied des Grafschaftsrates von Cork, Lehrerin und Berichterstatterin für der Stellungnahme: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viele Schulen, Lernende und Lehrende nicht auf den digitalen Wandel in der Pandemie vorbereitet waren. Dies war nicht nur in Irland, sondern in der gesamten EU der Fall. Es muss unbedingt die digitale Infrastruktur geschaffen werden, die notwendig ist, damit alle Lernenden und Lehrenden die gleichen Chancen auf Selbstentfaltung und Kompetenzentwicklung haben. Wir müssen außerdem dafür sorgen, dass alle europäischen Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrem Hintergrund und ihrem sozioökonomischen Status über die gleichen Möglichkeiten zur Stärkung ihrer digitalen Kompetenzen verfügen.“

Victor Negrescu , Mitglied des Europäischen Parlaments und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Bildung, beteiligte sich ebenfalls an der Diskussion der AdR-Mitglieder über die Stellungnahme und erklärte: „Zugang zu Bildung ist ein Recht – und das sollte auch für digitale Bildung gelten. Wir müssen Qualitätsstandards für digitale Bildung festlegen und sie in enger Zusammenarbeit mit den Menschen und Behörden vor Ort zügig umsetzen. Von entscheidender Bedeutung ist, dass mindestens 10 % der Mittel des Aufbauplans für Bildung vorgesehen werden. In die Verwendung dieser neu verfügbaren Mittel sollten lokale Akteure einbezogen werden, um die Zugänglichkeit zu verbessern, entsprechende Infrastrukturen, Methoden und Inhalte zu entwickeln sowie die Qualität des Bildungsprozesses zu erhöhen.“

In der Stellungnahme wird die digitale Kluft zwischen ländlichen und städtischen Gebieten als eines der Hauptprobleme genannt, die im Zuge des Aktionsplans für digitale Bildung angegangen werden müssen. Außerdem wird in der Stellungnahme betont, wie wichtig es ist, die digitale Infrastruktur und die digitale Bildung in der EU so zu stärken, dass alle Teile der Gesellschaft unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Hintergrund, ethnischer Zugehörigkeit oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten einen gleichberechtigten Zugang zu digitaler Bildung haben.

Um diese Ziele zu erreichen, fordert der Europäische Ausschuss der Regionen die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die über die Aufbau- und Resilienzfazilität, Erasmus+ und den Europäischen Sozialfonds bereitgestellten Mittel stärker für digitale Bildung zu nutzen. Der AdR fordert außerdem eine direkte öffentliche Finanzierung, um neue Unterrichtsmodelle zu entwickeln und auf allen Bildungsebenen die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts zu fördern. Darüber hinaus begrüßen die Mitglieder des AdR die Europäische Kompetenzagenda und ihr Ziel, wonach 70 % der 16- bis 74-Jährigen bis 2025 über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen sollten.

Der AdR bekräftigt in seiner Stellungnahme schließlich, wie wesentlich eine Unterstützung der Bildung und der digitalen Inklusion durch die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften ist, und fordert die Zusicherung, dass entsprechende Mittel auf regionaler Ebene bereitgestellt werden.

Die heute erörterte Stellungnahme wird am Ende der AdR-Plenartagung am 7. Mai verabschiedet.

Hintergrundinformationen

Die EU arbeitet derzeit an der Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 , der den Mitgliedstaaten helfen soll, widerstandsfähige und zukunftsorientierte Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung aufzubauen. Im März 2021 hat der AdR eine Stellungnahme zum europäischen Bildungsraum verabschiedet; die diesbezügliche Pressemitteilung finden Sie hier .

Zu den EU-Fonds, die für die Mitgliedstaaten zur Verbesserung der digitalen Bildung bereitstehen, gehören das Programm Erasmus+ , das Mittel in Höhe von schätzungsweise 26,2 Mrd. EUR für den Zeitraum 2021-2027 vorsieht, um die Bereiche allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport in der EU zu unterstützen, und der Europäische Sozialfonds (ESF) , das wichtigste Instrument der EU zur Förderung von Arbeitsplätzen, zur Hilfe bei der Suche nach besseren Jobs und zur Gewährleistung gerechterer Beschäftigungsmöglichkeiten für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger.

Ansprechpartner:

Tobias Kolonko

Tel.: +32 2 282 2003

tobias.kolonko@ext.cor.europa.eu

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