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Der Paweł-Adamowicz-Preis ehrt besondere Verdienste um Freiheit und Solidarität und für die Bekämpfung von Intoleranz, Unterdrückung und Fremdenfeindlichkeit in Europa  

Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR), das Internationale Netzwerk Städte der Zuflucht (ICORN) und die Stadt Danzig stiften einen Preis zum Gedenken an den 2019 ermordeten Bürgermeister dieser polnischen Stadt, der auch Mitglied des AdR war.

Der Europäische Ausschuss der Regionen, das Internationale Netzwerk Städte der Zuflucht (ICORN) und die Stadt Danzig haben heute in Anwesenheit der EU-Kommissarin für Inneres Ylva Johansson die Lancierung des Paweł-Adamowicz-Preises bekanntgegeben. Dieser Preis, der nach dem 2019 ermordeten Bürgermeister von Danzig und AdR-Mitglied Paweł Adamowicz benannt ist, soll besondere Verdienste um Freiheit und Solidarität und bei der Bekämpfung von Intoleranz, Unterdrückung und Fremdenfeindlichkeit würdigen.

Ziel des Paweł-Adamowicz-Preises ist es, das Engagement des Danziger Bürgermeisters für die Förderung der Meinungsfreiheit, die Verteidigung der demokratischen Werte und die Stärkung der internationalen Solidarität im Geiste der Kernaufgaben des ICORN fortzuführen. Mit dem Preis sollen all jene gewürdigt und anerkannt werden, die mutig und integer gegen Intoleranz, Radikalisierung, Hetze, Unterdrückung und Fremdenfeindlichkeit vorgehen und sich für mehr Chancengleichheit, soziale Integration und die Grundrechte einsetzen.

Apostolos Tzitzikostas , AdR-Präsident und Gouverneur der Region Zentralmakedonien, betonte, dass das leidenschaftliche Engagement von Paweł Adamowicz für seine Stadt und der Schutz, den er Bedürftigen gewährte, unvergessen sind: „Mit diesem Preis möchten wir lokale und regionale Akteure ermutigen, sich auch weiterhin gegen Radikalisierung, Hetze und Diskriminierung in ihren Gemeinschaften zu engagieren.“

Ylva Johansson , EU-Kommissarin für Inneres, würdigte Paweł Adamowicz als Kommunal- und Europapolitiker, der für die Freiheit und seine Werte einstand: „Zunächst als junger Mann gegen den Kommunismus, später durch seinen Einsatz für die Rechte von Flüchtlingen und LGBTQ-Personen, wobei er oft auf starken Widerstand stieß und ihm sogar Hass entgegenschlug.“ Sie begrüßte die Initiative, sein Engagement mit einer Auszeichnung, die seinen Namen trägt, zu ehren: „Die Arbeit lokaler Entscheidungsträgerinnen und -träger, die Flüchtlinge in ihre Gemeinschaften aufnehmen, die sich für Toleranz, Freiheit, Grundrechte und soziale Inklusion einsetzen, muss anerkannt werden. Sie verdienen es, ins Rampenlicht gerückt zu werden, ja sie gehören sogar ins Rampenlicht.“ Sie sagte den Kommunal- und Regionalpolitikerinnen und -politikern ausdrücklich ihre Unterstützung zu, denn „Sie befinden sich an der entscheidenden Schaltstelle, um in den ländlichen Gemeinden, Städten und Regionen, auf den Straßen, in den Schulen und in den Stadtvierteln Europas etwas bewirken zu können. Denn dort schlägt das Herz unserer Gemeinschaften, das Herz unseres Kontinents und das Herz unserer Europäischen Union. Lokales Handeln bedeutet nicht, alleine zu handeln.“

Magdalena Adamowicz , Mitglied des Europäischen Parlaments und Witwe von Paweł Adamowicz, hob hervor, dass der Kampf um Gleichberechtigung für alle Menschen zugleich ein Kampf für die Europäische Union ist : „Unsere Gemeinschaft gründet sich auf Gleichheit, ohne Gleichheit kann die Union nicht existieren. Wir brauchen Mut, um Gleichheit und Freiheit zu verteidigen, denn genau diese nehmen die Demokratiegegner ins Visier. Sie wissen, dass die Aushöhlung der europäischen Werte die gleiche Wirkung hätte, wie wenn man die Wurzeln eines Baums kappt. Mein Mann wusste dies, und deshalb setzte er sich so mutig für unsere Wurzeln – die Werte der Menschlichkeit und der Demokratie – ein. Der Paweł-Adamowicz-Preis soll die Europäerinnen und Europäer daran erinnern, dass Frieden und Wohlstand nur durch Zusammenarbeit möglich sind, die Zusammenarbeit gegenseitiges Vertrauen und Respekt erfordert und Respekt nur dann möglich ist, wenn alle gleich und mit Würde behandelt werden.“

Die Bürgermeisterin von Danzig Aleksandra Dulkiewicz erinnerte an die letzten Worte von Paweł Adamowicz, der sich aller Gefühlskälte, aller Intoleranz, allem Hass und aller Gewalt zum Trotz für eine bessere Welt engagierte: „‘Danzig teilt das Gute mit anderen.‘ Und wir tun das Gleiche – wir teilen das Gute mit anderen. Nicht nur mit unseren Liebsten, nicht nur mit den Bürgerinnen und Bürgern von Danzig. Solidarität und Freiheit waren und sind für Danzig prägende Werte. Wir brauchen heute konkrete Maßnahmen und Unterstützung für diejenigen, deren Rechte verletzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, woher diese Menschen kommen, wen sie lieben und zu wem sie beten. Wir sehen in unseren Gästen viel mehr als nur Einwanderer in Not. Für uns ist es eine Gelegenheit, sie als Künstler, Partner auf Augenhöhe, wertvolle Persönlichkeiten und schlicht als Nachbarn kennenzulernen, die es verdienen, dass wir uns um sie kümmern und eine gemeinsame Zukunft mit ihnen aufbauen.“

ICORN-Direktor Helge Lunde hob hervor, dass das Netzwerk aus der Überzeugung heraus handelt, dass die Städte einen wichtigen Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit leisten können: „In den vergangenen Jahren haben wir ein Netz sicherer Orte geschaffen, um verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt eine Zuflucht zu bieten, und wir haben die Werte Gastfreundschaft, Kreativität und Solidarität noch stärker im Ethos der Stadt verankert. Pawel Adamowicz hat sich als Bürgermeister sowohl privat als auch beruflich für Freiheit und Solidarität eingesetzt. Er machte Danzig zum ICORN - Mitglied, weshalb es unserem Netzwerk ein Anliegen ist, die Werte zu fördern, für die er stand. Wir beglückwünschen den AdR zu seinem Beschluss, am 19. März einen nach dem Danziger Bürgermeister benannten Preis ins Leben zu rufen, und freuen uns sehr darauf, an seiner erstmaligen Verleihung mitzuwirken.“

Mit dem Paweł-Adamowicz-Preis sollen Kommunalpolitikerinnen und -politiker, führende Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft und Partnerorganisationen lokaler und regionaler Gebietskörperschaften ausgezeichnet werden, die nach dem Vorbild des Danziger Bürgermeisters Paweł Adamowicz Brücken schlagen und Mauern niederreißen, sich der Bedeutung von Innovation und der Verantwortung für die künftigen Generationen bewusst sind, den Weg für einen gesellschaftlichen Wandel ebnen, der den Schwächsten zugutekommt, und nicht zögern, den wichtigen Kampf für die Menschenrechte und die bürgerlichen Freiheiten auf lokaler, nationaler wie auch internationaler Ebene aufzunehmen.

Paweł Adamowicz wurde am 13. Januar 2019 während einer Rede auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung Opfer einer Messerattacke. Am Tag darauf erlag er seinen schweren Verletzungen. Er wurde 53 Jahre alt. Vor seiner Ermordung hatte die Hetze gegen ihn immer stärker zugenommen. Sein Tod löste eine Debatte darüber aus, inwieweit die Verrohung des öffentlichen Diskurses zu Gewalt, Extremismus, Propaganda und Intoleranz beiträgt.

Paweł Adamowicz setzte sich für die Stärkung der Grundwerte der EU ein und war aktives Mitglied des Europäischen Ausschusses der Regionen. Im Jahr 2016 rief er nach einem Treffen mit Papst Franziskus ein Projekt zur Integration von Einwanderern in Danzig ins Leben, das als Vorbild für andere polnische Städte diente.

Hintergrund:

  • Als politische Versammlung der Kommunal- und Regionalpolitiker in der EU verabschiedete der Europäische Ausschuss der Regionen auf Initiative der polnischen Delegation am 7. Februar 2019 einstimmig eine Entschließung , in der Hetze und Drohungen jeglicher Art gegen politische Entscheidungsträgerinnen und -träger verurteilt werden.

  • Im Internationalen Netzwerk Städte der Zuflucht ( International Cities of Refuge Network (ICORN) ) haben sich 75 Städte und Regionen in Europa und darüber hinaus zusammengeschlossen, die verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Künstlerinnen und Künstlern einen sicheren Zufluchtsort bieten, die Meinungsfreiheit fördern, demokratische Werte verteidigen und die internationale Solidarität fördern. Über 250 Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Künstlerinnen und Künstlern fanden schon in einer der ICORN-Städte Aufnahme. Aus einem sicheren Umfeld heraus leisten sie weiterhin einen überaus wichtigen Beitrag, indem sie sowohl Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen die Redefreiheit in ihren Heimatländern aufzeigen als auch ihre Kolleginnen und Kollegen dort unterstützen. Unter ihrem Bürgermeister Pawel Adamowicz ist die Stadt Danzig am 30. August 2017 dem ICORN beigetreten. Durch den Beitritt zu ICORN werden Städte Teil eines dynamischen und globalen Netzwerks von Solidarität und Kreativität. ICORN sorgt für die Vernetzung mit einschlägigen öffentlichen Einrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft, die im Bereich Menschenrechte, Kultur, Kunst und Migration tätig sind, sowie mit staatlichen und zwischenstaatlichen Stellen und arbeitet mit diesen sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene zusammen.

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Ansprechpartner:

Europäischer Ausschuss der Regionen    

Wioletta Wojewodzka    

Tel.: +32 (0) 2 282 2289      

Mobiltel.: +32 (0) 473 843 986      

wioletta.wojewodzka@cor.europa.eu

Stadt Danzig

Maciej Buczkowski

Tel.: +48 (0) 58 323 62 84

International Cities of Refuge Network

Helge Lunde

Tel.: +47 (0) 51 50 71 25

helge@icorn.org

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