Eine fondsübergreifende europäische Förderung für die integrierte Entwicklung der ländlichen Gebiete  
A European interfund to finance the integrated development of rural regions

Vor dem Hintergrund der laufenden Beratungen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union haben der Europäische Ausschuss der Regionen und die internationale Vereinigung Ländlicher Raum – Umwelt – Entwicklung (R.E.D.) am 19. März auf einer Konferenz in Brüssel Finanzierungsmöglichkeiten für die integrierte Entwicklung der ländlichen Gebiete erörtert. Sie fordern die EU-Organe auf, einen fondsübergreifenden Fördertopf für die Entwicklung des ländlichen Raums einzuführen.

Unter Hinweis auf den Entwicklungsrückstand zwischen städtischen und ländlichen Gebieten fordert Guillaume Cros (FR/SPE), stellvertretender Vorsitzender des Regionalrates der Region Occitanie und Berichterstatter des Europäischen Ausschusses der Regionen für die GAP nach 2020, die EU auf, die Regeln für die Funktionsweise der Strukturfonds durch den gemeinsamen strategischen Rahmen weiter zu harmonisieren, um die Planung und Durchführung der Entwicklung des ländlichen Raums zu erleichtern sowie integrierte und regionale Ansätze zu fördern.

Gérard Peltre , Präsident der R.E.D. und der Europäischen Bewegung für den ländlichen Raum (M.E.R.), unterstrich, dass die Anerkennung der Vielfalt der ländlichen Gebiete von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Verwirklichung der Ziele des territorialen Zusammenhalts der EU ist. Die jüngsten Zahlen zeigten jedoch, dass für diese Gebiete nicht genügend Fördermittel zur Verfügung stehen, was die Schaffung eines für die integrierte Entwicklung der ländlichen Gebiete geeigneten strategischen operativen Rahmens – die europäische Agenda für den ländlichen Raum – und Finanzrahmens umso dringlicher werden lasse. „Wir fordern daher die Einführung einer fondsübergreifenden Förderung für die Entwicklung des ländlichen Raums“, erklärte Herr Peltre.

Franc Bogovič , Mitglied des Europäischen Parlaments und stellvertretender Vorsitzender der interfraktionellen Arbeitsgruppe RUMRA des Europäischen Parlaments, wies darauf hin, dass zwar das Ziel des territorialen Zusammenhalts im Vertrag von Lissabon festgeschrieben sei, aber die europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) besser genutzt werden könnten, um Ungleichheiten abzubauen, insbesondere mithilfe eines Instruments, das über alle Politikbereiche der EU finanziert werde.

Die Teilnehmer sprachen sich in ihren Ausführungen und Diskussionen für einen neuen europäischen politischen und finanziellen Rahmen für die Förderung des territorialen Zusammenhalts aus, der allen Gebieten zugutekommt und gleichzeitig die nachhaltige und integrierte Entwicklung der ländlichen Gebiete unterstützt.

Die Teilnehmer vertraten die Ansicht, dass dieser Rahmen durch die Umsetzung einer europäischen Agenda für den ländlichen Raum und die Einrichtung einer fondsübergreifenden Förderung für ländliche Gebiete konkretisiert werden sollte, als operative Reaktion auf die aktuelle Haushaltslage und im Sinne einer optimalen Bereitstellung von EU-Fördermitteln für alle Politikbereiche der EU. Dies wäre auch eine mögliche Lösung zur Behebung des Ungleichgewichts zwischen Stadt und Land und für die Stärkung der ländlichen und landwirtschaftlichen Zusammenarbeit. Diesen Vorschlägen der internationalen Vereinigung Ländlicher Raum – Umwelt – Entwicklung (R.E.D.) und der Europäischen Bewegung für den ländlichen Raum (M.E.R.) haben sich bereits zahlreiche europäische und nationale Unterstützer angeschlossen.

Weitere Informationen:

• Stellungnahme des AdR „Die GAP nach 2020

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