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Kommunal- und Regionalpolitiker fordern fünfte makroregionale Strategie  
Nur mit einer Karpatenstrategie können der Naturreichtum und das multikulturelle Erbe bewahrt und die nachhaltige sozioökonomische Entwicklung der Region gesichert werden.

1. Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) verabschiedete auf seiner Plenartagung im Dezember eine Stellungnahme zu einer makroregionalen Strategie für die Karpaten, die auf Initiative von Władysław Ortyl (PL/EKR), Marschall der Woiwodschaft Podkarpackie (Karpatenvorland), erarbeitet wurde. Dank einer solchen fünften makroregionalen Strategie erhielten alle Regionen in den Karpaten zusätzliche Mittel, und zwar sowohl jene, die zur EU gehören, als auch jene in Drittstaaten wie der Ukraine, Serbien oder Moldau.

Der Marschall der polnischen Woiwodschaft Podkarpackie (Karpatenvorland) betonte, dass die Schaffung einer Strategie für die Karpaten eminent wichtig für seine Region sei und eine Öffnung in Richtung der Nachbarländer ermögliche. „Mit diesem Instrument können wir über Grenzen hinweg engere Verbindungen knüpfen und auch eine stärkere Vernetzung der örtlichen Gemeinschaften in den Karpaten fördern, indem z. B. gemeinsame Entwicklungs-, Umweltschutz- oder Kulturerbeprojekte umgesetzt werden“, so Władysław Ortyl.

Die Stellungnahme, für die er als Berichterstatter fungierte, ist Ergebnis der mehrjährigen Bemühungen um die Schaffung einer Karpatenstrategie. Verwiesen wird darin auf die einzigartigen Ressourcen der Karpaten, etwa den natürlichen Reichtum, das einmalige Erbe der kulturellen Vielfalt, die Humanressourcen sowie die gemeinsame Identität der Bewohner der Gebirgsgemeinden. Diese Elemente bilden die Grundlage für gemeinsame Maßnahmen im Interesse einer dynamischeren, nachhaltigeren und ausgewogeneren sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung dieses Gebiets. Die Initiative für die Schaffung einer Makroregion Karpaten geht sowohl von der Ebene der Regierungen und nationalen Parlamente als auch von den Regionen und Städten sowie den lokalen Gemeinschaften aus.

„Der AdR unternimmt damit einen richtigen Vorstoß, und die Karpatenregionen sind der einhelligen Meinung, dass das Gebiet von der EU entsprechend gefördert werden sollte. Dank unserer langfristigen Bemühungen konnten wir sehr genau aufzeigen, was die Karpaten brauchen [...]. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir für die weitere Zusammenarbeit der Karpatenländer an diesem Projekt grünes Licht bekommen. Im Übrigen ist die Initiative für die Alpenstrategie seinerzeit ebenfalls vom Europäischen Ausschuss der Regionen ausgegangen“, betonte der Berichterstatter.

Die Karpaten bilden einen durchgehenden Gebirgsbogen und weisen angesichts ihrer geografischen Gegebenheiten besondere Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten auf. Mit einer Fläche von 190 000 km 2 sind sie nach den Alpen die zweitgrößte Gebirgsregion auf dem europäischen Kontinent, in der rund 68 Millionen Menschen leben. Das Potenzial der jahrhundertealten Nachbarschaft der Gemeinschaften in den einzelnen Teilen der Karpaten ist aus der Verschmelzung östlicher und westlicher Einflüsse, gemeinsamer historischer Erfahrungen sowie der Traditionen der Weidewirtschaft erwachsen.

Vorbild für die Erarbeitung der Stellungnahme war die gut funktionierende makroregionale Strategie für den Alpenraum, deren Begünstigte relativ wohlhabende Regionen sind. In seiner Stellungnahme weist der AdR darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Makroregion Karpaten zu den ärmsten Regionen der Mitgliedstaaten gehört und dass das Pro-Kopf-BIP in den meisten Regionen nicht mehr als 50 % des EU-Durchschnitts beträgt. Ein weiterer Faktor sei die unzureichende Infrastruktur, die auf jahrelang viel zu geringe Investitionen, die Transformation der Volkswirtschaften sowie die Vernachlässigung des Entwicklungspotenzials zurückzuführen sei.

Sowohl in den bereits bestehenden makroregionalen Strategien als auch im Zuge der Konzipierung neuer komme den lokalen und regionalen Gebietskörperschaften eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Demokratie, Dezentralisierung sowie lokaler und regionaler Selbstverwaltung zu. Die Strategien würden zu einem Bottom-up-Instrument für die territoriale Zusammenarbeit und beruhten auf dem Engagement regionaler und lokaler Akteure sowie der Zivilgesellschaft. Für Regionen, deren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, weil sie sich im Verhältnis zu den Zentren der Entwicklung in Europa in einer Randlage befinden oder aufgrund ihres Reliefs und der historisch bedingten Barrieren in Form von Grenzen verkehrs- und kommunikationstechnisch nur schwach angebunden sind, sei die Multi-Level-Governance noch wichtiger.

Nach Ansicht der Kommunal- und Regionalpolitiker erleichtern makroregionale Strategien die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen in einem Gebiet, und die gemeinsame Ausschöpfung des Potenzials der Grenzregionen trage wiederum zur Stärkung des territorialen Zusammenhalts zwischen den Ländern und Regionen bei. Makroregionale Strategien seien zudem Instrumente des Regierens auf mehreren Ebenen, bei denen Maßnahmen von Akteuren der europäischen, der nationalen, der regionalen und der lokalen Ebene mit Blick auf ausgewählte Ziele miteinander verknüpft würden.

Weitere Informationen

Eine makroregionale Strategie für die Karpaten - A macro-regional strategy for the Carpathian region – Zusammenfassung, Oktober 2019

Karpatenkonvention

Europäische Kommission, Study on macro-regional strategies and their links with cohesion policy Abschlussbericht, 2018

Internetportal Euroregion Karpacki

Internetportal Via Carpatia

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