Die Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU
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Ausschuss der Regionen fordert stärkere Einbeziehung der Kultur in die Europa-2020-Strategie
Anton Rombouts
​Anton Rombouts

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen die EU derzeit steht, hat der Ausschuss der Regionen (AdR) eine langfristige Vision gefordert, die eng mit den Bereichen Kultur und Kreativität verknüpft sein sollte. Mit der einstimmigen Verabschiedung der Stellungnahme zum Thema "Die Kultur- und Kreativwirtschaft als Motor für Wachstum und Beschäftigung" auf der AdR-Plenartagung im Mai haben die Bürgermeister und Regionalvertreter der EU auch nachdrücklich gefordert, Kultur und Kreativität besser in die Europa-2020-Strategie zu integrieren.

"Gerade in Krisenzeiten sollte man an die Fantasie appellieren, damit Kreativität entstehen kann. Und durch Kreativität werden wiederum innovative Lösungen zur Förderung von wirtschaftlichem Wachstum und Wohlstand geboren und Unternehmen wie Bürgern Hoffnung vermittelt. Der internationale Einfluss der EU basiert auf Fantasie, Kreativität und Innovation im Rahmen der Umsetzung neuer Ideen, Konzepte und Projekte. Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann in dieser Hinsicht einen wichtigen Beitrag leisten", betonte der Berichterstatter Anton Rombouts (NL/EVP), Bürgermeister von 's-Hertogenbosch und Vorsitzender der AdR-Fachkommission Bildung, Jugend, Kultur und Forschung, als er seine Stellungnahme im Plenum erläuterte.

Vor dem Hintergrund, dass nicht nur "Unternehmen, sondern ein vollständiges Wissens- und Kultursystem notwendig sind, um intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu fördern, fordert der AdR nachdrücklich, Kultur und Kreativität besser in die Europa-2020-Strategie – die Wachstumsstrategie der EU – zu integrieren, namentlich durch die Leitinitiativen "Digitale Agenda" und "Innovationsunion".

Als Reaktion auf die Strategie der Europäischen Kommission zur Ankurbelung von Wachstum und Beschäftigung in der Kultur- und Kreativwirtschaft unterstreicht der AdR ferner die Bedeutung der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften für die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft, und zwar nicht nur als Wahrer des kulturellen Erbes und Förderer künstlerischer Innovation, sondern auch als Träger und Förderer von kulturellen Einrichtungen und kultureller Begegnungen. Darüber hinaus stellen Städte und Regionen in den meisten Gebieten Europas nicht nur den Löwenanteil der Kulturfinanzierung, sondern fungieren auch als Laboratorien für kulturelle und kreative Experimente.

Investitionen in Kultur, Bildung und Sport sorgten auch für mehr Wohlstand und Sicherheit, so der Berichterstatter. "Eine Stadt, die in Kultur investiert, ist auch volkswirtschaftlich besser aufgestellt und wettbewerbsfähiger. Diese einfache Formel gilt für Dörfer und Städte ebenso wie für Regionen, Länder und die gesamte Europäische Union", so Rombouts. In diesem Zusammenhang befürwortet der AdR auch die fünf zentralen politischen Schwerpunkte der Kommission, nämlich: Entwicklung von Kompetenzen und Fertigkeiten; Verbesserung des Zugangs zu Kapital; Förderung neuer Geschäftsmodelle und Erschließung neuer Publikumsschichten; Verbesserung der Zusammenarbeit mit anderen Sektoren und Politikfeldern; Vergrößerung der internationalen Reichweite.

In Bezug auf die Notwendigkeit, "kulturelle Cluster" besser zu fördern, betont der AdR, dass Städte und Regionen dringend an den Knotenpunkten von Wissensnetzen positioniert werden müssen, damit sie umfassend in den Genuss der Freizügigkeit von Ideen, Kapital und Menschen kommen. Nach Ansicht des AdR ist die Unterstützung durch die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften für die Entwicklung solcher Cluster von maßgeblicher Bedeutung, doch müssen sie auch in europäische und weltweite Wissensnetze eingebunden werden, um effektiver zu werden.

Notwendig sind auch weitere Informationen und Statistiken zur Untersuchung der Funktion und Wirkung der Kultur- und Kreativwirtschaft, um Argumente für die kommerzielle Finanzierung kreativer Unternehmen zu liefern. Vor diesem Hintergrund sollte EUROSTAT dazu aufgefordert werden, effektivere und frühzeitigere Statistiken über die Kultur in Europa zu erstellen.

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Bewertung der Europa-2020-Strategie auf lokaler und regionaler Ebene organisiert der AdR im Januar 2014 eine Konferenz zur Kultur und ihrer Wirkung auf Wirtschaftstätigkeiten und den sozialen Zusammenhalt. Teilnehmen werden u.a. politische Entscheidungsträger, Experten, Vertreter europäischer Verbände und internationaler Organisationen, Kulturwissenschaftler sowie Unternehmer aus der Kultur- und Kreativbranche und Künstler.​

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